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Eine enttäuschende Tatsache vorneweg: jeder ribbelt, man kann es so gut wie nicht verhindern. Aber man kann verhindern, dass man sich mehr als nötig darüber ärgert.
Beleuchten wir erst mal, warum man ribbelt: weil das Gestrickte nicht dem Erwarteten entspricht. Warum tut es das? Weil wir stricktechnisch in eine Falle getappt sind.
Erkennt man Fallen als solches, kann man leicht um sie herum stricken oder aber den Schaden auf wenige Reihen begrenzen. Hier meine Top 5:

Ribbelfalle Nr. 1: schätzen.
Das passt schon. Hat immer gepasst. eine halbe Nadelstärke dicker, dann passt das mit der Maschenprobe schon. Irgendwie.
Kommen Dir diese Aussagen bekannt vor? sie sind prädestiniert für großflächige und ärgerliche Aufribbelaktionen. Denn: Es wird nicht passen, es wird nicht schon irgendwie hinkommen. Nur, weil man zu faul war, eine neue Maschenprobe zu stricken, darf man hinterher den halben Pulli wieder aufdröseln. Sei nicht so faul und strick die verdammte zweite Maschenprobe!

Falle Nr. 2: falsches Rechnen und Messen.
Das passiert häufig, wenn man abgelenkt ist oder nicht richtig aufpasst was man tut. Wenn man das Maß mit dem aus der falschen Zeile vergleicht. Ein wenig Aufmerksamkeit, und diese Klippe wird zum flachen Sandstrand. Hilfreich bei Anleitungen ist z.b. gestricktes auszustreichen, bei mehreren Angaben je nach Größe alles auszustreichen bis auf das was man braucht. Ein Massband kaufen, dass nicht auf einer Seite Zoll und auf der anderen Seite Zentimeter hat (ich rede aus Erfahrung…) und sich nicht ablenken lassen. Nochmal nachrechnen, den Rechenweg aufschreiben und (siehe 1) nicht pi mal Schnauze rechnen.

Falle Nr 3: falsche Maschenzahl.
Hat natürlich viel mit Falle Nr. 2 zu tun, liesse sich aber mit ein wenig tricksen wieder hinbiegen, oder? ODER? Und wer mag mitten im Ausschnitt eine komische Beule haben, weil da eben ein paar Maschen zuviel waren? Maschenanzahl mit einer Zu-oder Abnahme wieder ausgleichen kann gutgehen, kann aber auch zur Ribbelfalle werden. Vor allem, wenn man das Muster wieder hinbiegen muss, wenn man Maschen hochhäkelt oder einfach mal eine Zunahme macht wo keine hingehört. Das ist Schlamperei und wird bestraft mit dem Ribbelmonster, nicht unter einem halben Rückenteil.

Falle Nr. 4: zu kurzes Seil.
Hä? Ich hör Dich rufen, ich weiss. Die Falle  kommt nämlich ganz und gar unerwartet. Weil niemand gerne magic loop strickt nimmt man gerne eine etwas zu kurze Rundstricknadel zur Hand, damit man fröhlich Runden stricken kann ohne ständig am Seil zu zuppeln.
Was aber passiert dabei? Die Maschen sind dicht an dicht auf dem Seil gedrängt und das Strickstück wirft Falten. Das fatale daran: man kann erst nach vielen, vielen, vielen Zentimetern messen, ob es überhaupt in der Breite passt. Zu spät. Zudem legen sich Maschen auch gerne mal übereinander. Man strickt sie ausversehen zusammen und wundert sich dann, warum die Maschenzahl nicht passt. Oder das Strickstück sich zunehmend verjüngt obwohl es das nicht sollte. Die Handbewegungen mit kurzem Seil sind anders als bei einem langen. Siehe Falle 5:

Falle Nr.5: falsche Maschenprobe.
Kommt Dir die Aussage bekannt vor? die Maschenprobe hat doch gepasst…? Und am Pulli fehlen plötzlich doch 5cm? Da hat doch die Anleitung versagt…?
Nein, hat sie nicht. Ich tippe mal darauf, dass es Dir wie mir geht: für so ein Läppchen reichen die kurzen Nadeln vom Nadelspiel und der Pulli ist auf der Rundstricknadel, ja? Es ist egal, ob das dieselbe Nadelstärke ist! Man strickt auf Alu anders als auf Bambus, in Runden anders als in Reihen und auf kurzen anders als auf Rundstricknadeln, eckig anders wie dreieckig… Nimm also immer die Nadel, mit der Du auch den Pulli strickst, auch wenn das manchmal ein bisschen unbequem ist.

Bonus:
wie man entstandenen Schaden begrenzt:
mit Lebenslinien. je nach Schwierigkeitsgrad, an markanten Stellen oder aber alle 20 Reihen: eine Sicherungsleine einbauen, die man nach überstandenem Abschnitt aus dem Strickzeug ziehen kann. Also durch jede Masche einer Reihe ein dünnes Baumwollgarn ziehen, das die Maschen auffängt und man die Nadel wieder einfädeln kann, nachdem man sie gezogen hat. Diese Extraarbeit ist vor allem dann wichtig, wenn man sich nicht sicher ist was man tut oder die Gefahr relativ groß ist, sich bei einem komplizierten Muster zu vertun.
Mit Schummeln. *pst!!!* Niemand schummelt hier! Aber wenn: dann unbedingt an der Randmasche, die sowieso in der Naht verschwindet. Zuviele oder zuwenig Maschen über mehrere Reihen angleichen, niemals alle auf einmal.

Und was fällt Dir noch für eine Ribbelfalle ein? Woran liegt es bei Dir, wenn es nicht so aussieht wie es sollte? Hast Du vielleicht schon eine Lösung dafür gefunden?

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