Schlagwörter

, , , ,

Im Großen und Ganzen finde ich den Trend zu Häkel- und Strickmützen ja in Ordnung. Nie gab es so oft Strickpackungen im Supermarkt, nie habe ich so viele selbstgemachte Mützen gesehen. Viele graben ihre verschütteten Kenntnisse wieder aus und viele, vor allem junge Menschen fangen an zu stricken. Die Verlage kippen in lauter Verzückung ob der zu erwartenden Umsätze und zu eruierender Kundenkreise ein Grobstrickbuch nach dem anderen auf den Markt und Wollhersteller klotzen mit der Nadelstärke statt zu kleckern . Super!
So eine Mütze ist mit Kochlöffelnadeln ja auch schnell gemacht.
Aber ich habe auch noch nie so viel Schund auf den Köpfen gesehen. Zweifelhaft zusammengeschusterte Werke, oft auch noch mit stümperhafter Naht am Hinterkopf, von Farbwahl mal ganz abgesehen. Eine Bommel macht es nicht besser! Und zwei erst recht nicht!
Mein LYS ist- verständlicherweise- voll von Garnen, die gerade mal ein paar Meter pro Knäul haben. Schade!
Spinnt man ein wenig in die Zukunft, bleiben bestimmt ein paar an diesem Hobby hängen. Eine neue Herausforderung wird gesucht, nach Mütze und Loop kommt vielleicht ein Pulli. Der in etwa genauso aussehen wird: sackartig und grobgestrickt. Hatten wir das nicht schon mal? Die 80er und die Grünen im Hinterkopf rollen sich mir die Fußnägel hoch. Was jetzt noch hip ist, wird dann einfach nur noch lächerlich. Womit wir stricktechnisch wieder in den 90ern sind: tote Hose. Stricken ist was für Omas und Ökos.
Wir können es aber besser!
Zeigen wir unsere Werke. Filigran, zart, fein, mit viel Geduld, Muße und Können gestrickt. Natürlich dauert so ein Werk eben ein paar Tage/Wochen länger. Dafür fällt man aber auch nicht negativ  auf und läuft auch noch in Jahren damit rum. Vielleicht bekommt der eine oder andere Grobstricker ja auch auf den Geschmack, es mit etwas Ordentlichem zu versuchen und die Baumstämme beiseite zu legen.

*meine Definition von „Grob“: alles, was über 2 Nadelstärken pro 1/2 qm Strickstück liegt.

Advertisements