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Fratzi hat es schwer, so rabenschwarz wie sie ist. ( Btw, ist der Begriff ’schwarze Katze‘ nicht eigentlich rassistisch?? Sollte es nicht heißen ‚Katze mit afrogermanischer Herkunft‘?) Während die anderen Tiere unseres Rudels als ‚Katze‘ erscheinen, flauschig sind und irgendwie ‚Farbe‘ haben, ist sie der Schattenriss. Manchmal erscheint sie regelrecht zweidimensional. Zumal sie dann auch noch Lieblingsplätze hat, die ihr das Leben schwer machen: die Sitzfläche meines schwarzen Chefsessels, zusammengerollt in dem Wäschehaufen im Bad ( man denkt, es ist eine Socke, so von der Größe her) oder im Blumentopf auf dunkler Erde. Sie macht die Augen zu und ist weg. Sie weiß es und nutzt das aus. Wenn sie kein Interesse daran hat, gerufen zu werden, bleiben die Augen zu und man kann sich einen Wolf bzw die Katze suchen. Fratzi ist weg. Aus dem Raum diffundiert. Unauffindbar.
Ich hatte mich ja schon mal dazu geäußert, dass Katzen immer komplementär zum Untergrund haaren. Also: weiße Haare auf dunklem Untergrund verlieren oder dunkle Haare auf der weißen Hose. Charly weiß das. Sie ist in sich selbst komplementär und hat damit echte Schwierigkeiten, welche Haare sie denn jetzt nun verlieren soll. Dass das Tier noch nicht nackt ist, wundert; erklärt aber auch, warum sie immer ein etwas verwirrten Blick an den Tag legt.
Dieser Theorie zufolge müsste Fratzi gerne auf weißen Sachen schlafen und sie wäre leicht zu finden. Leider hat das ihr ihre Mama nicht beigebracht, und so sucht sie instinktiv dunkle Ecken für ein Nickerchen. Es sei denn, ich sitze irgendwo. Die große Ausnahme: meine Schulter. Wo immer ich bin und egal, welche Farbe ich trage, es steht eine klagend maunzende Fratzi hinter mir und möchte eingeladen werden, auf mich zu klettern. Nicht etwa, dass ich sie auf den Arm nehmen dürfte, nein! Sie muß den Frauchenberg selbt erklettern dürfen. Ob ich nun ein dickes Sweatshirt oder nur einen Bikini trage, ist dabei egal. Es heißt: „Jetzt! Frauchen! Ich brauche Trost!“, denn bevorzugt rettet sie sich auf mich, wenn sie von den anderen, den „Großen“ Katzen verfolgt und geärgert wird. Wenn die doofe Pieps ihr mal wieder eine Ohrfeige verpasst hat oder Sammy bei Thunfischbrot ohne Brot einfach zu schnell für sie war.
Sobald sie auf meiner Schulter sitzt, und das in dem Augenblick sehr dreidimensional und fusselig, ist ihre Welt wieder heil. Würde sie wissen was es bedeutet, würde sie den anderen die Zunge rausstrecken.

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