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Zu meiner Schande muss ich gestehen- ich habe nicht ein einziges Foto gemacht. Es waren so viele nette Leute dort, so viel Wolle und Fasern und Spinnräder und überhaupt, dass ich vor lauter Schnappatmung an gar nichts mehr denken konnte 🙂
Allerdings muss auch mal gesagt werden, dass man auf Fotos niemals die Farbenpracht wiedergeben könnte. So leuchtende Stränge überall.
Was ich sehr schön fand: es gab überall was anderes. Handgefärbtes, außergewöhnliches und exklusives, aber an keinem Stand habe ich ein Garn gesehen, dass es woanders auch gegeben hätte. Allerdings habe ich auch nicht so sehr genau geguckt, weil ich im Moment gar kein spezielles Projekt im Sinn habe.
Ganz zu meiner Freude gab es mehr Spinnfasern als im letzten Jahr und so ist mir auch ein Strang lila Tussahseide in die Tasche gewandert. Natürlich schon angesponnen. Am Anfang hat es mich ein wenig verwundert, dass das so knirscht in der Hand ( Ähnlich wie Watte), aber es läßt sich wundervoll dünn spinnen.
Ein Sonata durfte ich Probetreten ( Danke, Meike!) und jetzt habe ich ein Problem: das war so butterweich und leise und ruhig, dass ich mein eigenes Rädchen gar nicht mehr leiden mag… Weihnachten kommt bestimmt, irgendwann. *Seufz*
Das schönste an Schwabsburg sind aber die ganzen Leute, die dort auch sind und die man im „normalen“ Leben nicht treffen würde. Im Weingutshinterhof mal einen Kaffee trinken und Schwätzchen halten. Unbezahlbar. ich sag nur: we survived Leipzig.
Genauso unbezahlbar sind Misters Kommentare zu dem einen oder anderen Strickstück, die ich nur in zensierter Fassung wiedergeben mag :-). Es gab durchaus Männer von Wollfrauen, denen man ansah, dass sie den Pulli nur der Göttergattin zuliebe trugen. Schlimmster 80er Jahre Sack- aber Hauptsache selbstgestrickt. Mister konnte sich so gut vorstellen, wie das Morgens bei denen Zuhause ablief: „Komm Schatz, zieh den mal drüber. Die sollen doch sehen, dass ich Stricken kann“ Und der Gatte fügt sich, wohlwissend, dass es auch wieder vorbei gehen wird. Hängende Schultern ( nicht nur die vom Pulli) Inklusive. Was macht Mann nicht alles für den lieben Frieden.
In dem Zuge kamen wir auf die irischen Zopfpullis zu sprechen, und dass sogar Mister sich vorstellen könnte, soetwas zu tragen ( Zuhause, nicht auf einem Wollfest!! Man stelle sich nur vor, da kämen solche Wollfrauen auf ihn zu und würden seinen Pulli begutachten wollen!) und ich erklärte ihm, dass man früher die Wasserleichen von den Fischern an den Zöpfen erkennen konnte. Mister fand das sehr seltsam, Erkennungszeichen für den Todesfall zu stricken und anzuziehen. Da könnte ich ihm doch gleich ein Kreuz auf den Bauch malen?  Wie wäre es mit einem Brandzeichen auf dem Allerwertesten? „Meins“?

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