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Tag 2-4
ich brauche einen Schuhlöffel, um mich aus meiner Matratze zu hebeln! Meine rechte Seite ist tot. Angefangen von Wade über Po bis über die Schulter zum rechten Unterarm. Nix geht mehr. Links ist alles ordentlich in Ordnung und funktioniert tadellos. ich hoffe schwer, dass ich nicht nur einseitig Muskeln entwickele und bald wie ein halber Hulk aussehe! 😉 Muskelkater habe ich allerdings nicht, was mich wundert. Ich bin einfach nur steif.
Mister hat einen faustgroßen, dunkelvioletten Bluterguss an der Innenseite vom Knie. Es sieht aus und fühlt sich an wie ein geklopftes Schnitzel- läßt sich aber leider mangels Kooperation von Seiten Misters nicht panieren. Seine Hände sind -trotz Fahrradhandschuhen- mit Blasen übersäht und er jammert und wimmert sich heldenhaft in den Schlaf, wie Männer das eben so machen. Diesbezüglich geht es mir wirklich großartig. Das relativiert die Sache mit den tollen Torschüssen gewaltig. Will ich so aussehen, nur um einen Ball ins Tor gekickt zu haben? Ich glaube kaum. Auch wenn ich ordentlich Mitleid mit Mister habe, so ein bißchen schadenfroh bin ich dann doch.
Mein Ziel, mit Mister gegen meine Söhne in einem Spiel anzutreten, erweitere ich um den Zusatz: „ohne mich dabei völlig zum Affen zu machen“.
Tag 6: Freitags (Spiel-) Training
während die Kinder und Mister im Kreis um einen Trainer fahren, habe ich ein ca. 20x3m großes Areal und einen Ball zur Verfügung, um alleine damit zu üben. Ich fahre Achten, in der Mitte der Kreuzung liegt der Ball. Mein Ziel: der Ball soll sich bewegen. Durch mein Vorderrad, wenn möglich. Ich fahre Acht um Acht, der Ball bleibt wo er ist. Ich schaffe es einfach nicht, genau im richtigen Moment sowohl Pedale als auch Rad und Schwung da zu haben, wo ich es brauche. Erschwert wird das Ganze dadurch, dass ich beim besten Willen nicht auch noch das Rad vorne hochheben kann. Noch ’ne Acht- das MUSS doch funktionieren. Tut es bei den anderen ja auch. Bei Kindern! Ich werd‘ zum Hirsch und gebe Geräusche von mir, die Damentennis alle Ehre machen. Mir fehlt die Kraft und die Ausdauer. Kommt noch, denke ich. Ab und zu kämpfe ich gegen vorbeikommende Vollprofis, die mir galant den Ball klauen. Einfach so tänzeln sie herbei und drehen mit meinem Ball Pirouetten. Frustrierend.
*’*%$/&$%§/&!! Musste mal gesagt werden. Hilft zwar nicht, befreit aber. Sch*** Ball! Noch eine und noch eine Acht. Ha! Da hat er gezuckt- ich habe es genau gesehen. Mindestens, wenn nicht noch mehr, aber 2cm ist er durch mich alleine zur Seite gerollt. Von „Schießen“ kann da allerdings nicht die Rede sein. Mehr so „anhauchen“. Aber immerhin. Ich muss mir sagen lassen, dass das Ball anstupfen mit dem Fuß nicht gilt. Hrmpf.
Beim Lenkerzerren reiße ich mir die Hand auf, die Haut hängt in einem Fetzen herunter. Egal. Pflaster drauf, und weiter geht es. Noch ne Acht. Ich bin da verbissen. Dickköpfig trifft es eher. Die anwesenden Herren reden von ‚Ehrgeiz‘, was ich dann doch wieder schmeichelhaft finde. Das zeigt, dass andere einem in einem viel positiveren Licht sehen als man sich selbst.
Gestanden habe ich; wesentlich ruhiger und auch schon 2-3 Sekunden lang. Jetzt sollte nur noch das Rad dabei in die richtige Richtung zeigen. Stehen auf Befehl geht gar nicht. ich stehe, wenn das Rad es zulässt und es ist der Herr über meine Bewegungen. Das sollte eigentlich andersherum sein.

Bremsen macht Spaß: Vollgas geben und dann abrupt nach hinten treten. Yeah, driften. 😉
Plan für Morgen: Neben Schwabsburg (da schreibe ich noch einen Bericht) Fahrradhandschuhe kaufen. Dringend. Mein armes Pfötchen! Montag geh es dann weiter mit Techniktraining.

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