Im Jahre 6 von Kalinumba dreht sich alles um „neu“. Viel gelernt habe ich, wenig gestrickt und viel Unfug angestellt 🙂

Mein Hauptthema war den Großteil des Jahres Spinnen. Und das, obwohl ich eine ausgeprägte Arachnophobie habe und zur Salzsäule erstarre bei jedem Krabbeltier. ( ja, ich schreie nicht, ich friere ein :-)) Dank meiner Schwiegermutter habe ich das Handspinnen gelernt. Sie besitzt Schafe und ich eine Vorliebe für Wolle. Das liegt ja schon irgendwie nahe. Komisch, dass ich erst jetzt darauf gestoßen werden mußte. Jedenfalls stand irgendwann der Satz von ihr im Raum, ich müsse ja doch noch Spinnen lernen. Im Frühling hatte sie ihre Schafe geschoren und ich bat um eine Handvoll Fell zum Ausprobieren und bekam drei Müllsäcke voll. Was danach kam, könnt ihr beinahe jede Woche im Blog lesen. Danke, Schwiegermama, für dieses neue Hobby. Es macht mir sehr viel Freude. Mein Vorsatz, aus der Schwiegermutterwolle ( also nicht von ihr direkt sondern von ihren Schafen!) einen Schal zu Weihnachten zu stricken, konnte ich dennoch nur teilweise erfüllen: Schwiegermutters Schafe haben sich als Paketschnurschafe herausgestellt. Das will niemand am Hals haben. Auch keine Schwiegermütter 😉  Da sie aber eine Blogleserin ist, kann ich da noch nicht zeigen was sie nun tatsächlich bekommt. Etwas Handgesponnenes, das ist wohl klar.

Damit verbunden habe ich die Welt der Faseraufbereitung gelernt: Wolle waschen, kämmen, Wollkämme bauen, Kammzüge herstellen….

Zum Thema passend habe ich mir mein Zickenspinnrad angeschafft, restauriert, gangbar gemacht, geputzt und geölt, geschliffen und umgebaut. Nicht hübsch und sicherlich nicht historisch korrekt, aber funktional. Es hat eine Weile gedauert, bis wir zwei ein Team wurden, aber jetzt läufts.

„Lust auf Lace“ ist erschienen und tut meiner Lust, Bücher zu schreiben, keinen Abbruch. Es sind noch nicht genug Bücher, um mich zur Ruhe zu setzen. So viele Ideen, Temen, Konzepte….

Ich habe gelernt, dass nicht jede Kritik konstruktiv ist  und oft als Ventil für was ganz anderes mißbraucht wird.  Ich habe immer noch nicht gelernt, das nicht persönlich zu nehmen. Manchmal will ich mich aber auch aufregen!

Ein-zwei Videocasts haben wir gedreht.. Das Thema „Video“ ist nicht vom Tisch, schafft aber mein PC nicht mehr. Neuer PC, neue Chance.

Wenig gestrickt… ja, tatsächlich. Es gab in diesem Jahr wesentlich mehr Abende, an denen ich tatsächlich dem Fernseher zugeschaut habe. Das lag aber nicht an besseren Filmen, sondern daran, dass ich seit einem dreiviertel Jahr mit meinem Ellbogen Probleme habe. Vieles wurde auf Verdacht  behandelt und wenig hilft. Dafür habe ich jetzt Tabletten im Haus, die zwar nicht gegen Ellbogenschmerzen helfen, mich aber unverzüglich in Ohnmacht fallen lassen. Ist ja auch lustig. Geduld hilft, und die habe ich meinem Körper gegenüber selten.

Fratzi ist seit dem Sommer im Haus und bringt uns täglich zum Lachen. ( ich schreibe dies mit Katzenschwanz im Gesicht und beim Kampf, wem meine Finger gehören….) aus einer handvoll kleinem, runden Katzenbaby ist eine junge, schlanke Katzenteenagerin geworden, die (*pfüä*  Katzenhaare ausspuck)  sehr wohl weiß (* aua!* Nase wegzieh) was sich (*hey!* Katzenpfote aus dem Kaffee hol) für eine Katze ( *Fratzi! Nein!* Blumentöpfe auffang) gehört.

Unser Wohnungsumbau ist jetzt fast genau ein Jahr her- und ich könnt schon wieder streichen. Rabenbrut, elende. Viel Mühe für mehr Lebensqualität. Wir steigern uns, Mister und ich.

Größeren Bockmist habe ich so gut wie keinen verzapft- zumindest keinen, den ich öffentlich zugeben würde 🙂  Doch, noch eine Premiere, mein erster Punkt in Flensburg. Nach 22 Jahren Führerschein. Das nehme ich mir immer noch sehr zu Herzen.

Eine neue Zehnerzahl hat sich zu meinem Alter gesellt- das ist irgendwie doof. Innerlich bin ich mit meinem Bild von mir bei Mitte Zwanzig hängen geblieben und denke bei 10 Jahre alten  Bildern von mir, „ich hab mich doch gar nicht verändert“.

In die Welt der Apps und Androids bin ich eingestiegen und noch sehr fasziniert. Meine Familie macht sich einen Spaß daraus, meine Unwissenheit auszunutzen. ( Ich sitze auf dem Sofa und freu mich wie ein Keks, dass meine Wetterapp animierte Schneeflocken zeigt und Mister meint: „guck mal in die Küche, da habe ich eine Fensterapp installiert. Die hat voll die 3D-Grafik!“)

Ein Großteil des Jahres war ich mit den Kuscheltieren für das „Weihnachten im Schuhkarton“-Projekt beschäftigt. Auch, wenn sich das Projekt gelohnt hat und ich das gerne gemacht habe: jetzt kann ich kein „ niedlich“ und „süß“ mehr sehen. Echt nicht.

Fürs nächste Jahr gibt es wieder viel mehr Ideen als Zeit. Wie immer. Die Kunst am Kreativsein ist nicht, Ideen zu haben (die kommen ganz von alleine) sondern aus dem Heuhaufen die Nadeln rauszufinden und die vorhandene Zeit in die richtigen Projekte zu stecken. Andererseits macht es  oft mehr Spaß, im Heu zu spielen 😉

In diesem Sinne wünsche ich euch –zwischen Plätzchenbacken, Weihnachtsfeiern und dem familiären Kampf um den schönsten Weihnachtsbaum ( aber das ist ein äh…zähes Thema….) einen schönen dritten Advent.

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