Unbenannt

95gr Leni zweifach gezwirnt. Das sind Mengen, an denen ich Wochen gespindelt hätte. An der Gleichmäßigkeit könnte ich noch arbeiten, aber so im Großen und Ganzen finde ich es passabel. Was ich nie gedacht hätte: runde 100gr. mit angezogener Bremse anzutreten ist doch ganz schön anstrengend auf die Dauer. Jetzt kommt ein BFL-Kammzug auf das Rad- mal sehen, wie „zart“ ich sein kann. 🙂

Lana meinte zum Rad: „die andere Möglichkeit wäre natürlich gewesen, dass das Rad an sich einfach nur falsch rum eingesetzt ist und der Nubbsi an der Nabe nach vorne gehört. Vor allem wäre das eine logische Stelle für Rad und Wirtel bzw Spule.“- zwei Dumme, ein Gedanke 🙂  darauf bin ich zuerst auch gekommen. Aber Rad und Narbe sind untrennbar miteinander verbunden. Selbst wenn ich es aus den Streben hätte befreien können, hätte ich anschließend die Kurbelwelle für den Antritt vorne gehabt.  Suboptimal, wenn der Einzug hinten ist…

Falls das mit dem Rad nichts geworden wäre, hatte ich vorsorglich dieses Buch  bestellt:

Unbenannt

aber da hatte ich mir irgendwie mehr erhofft. Es beginnt mit einer langwierigen historischen Abhandlung zum Spinnen, dann werden die verschiedensten Spindeltypen dargestellt und wie man sie bedient. Verschiedene Zwirntechniken sind drin ( 2-3-4-fädig, navajo)- aber von den Beschreibungen hätte ich es nicht gelernt. Zum Schluß sind noch wenige sehr einfache Modelle ( Mütze,Tuch, Waschlappen, Cowl) enthalten, was man mit dem gespindelten Garn anstellen kann. Alles in Allem nichts, was ich mir nicht in den letzten 4 Wochen schon selbst angelesen hätte. Das einzig interessante ist der physikalische Aufsatz über das Spinnen- warum Spindeln sich drehen, welche Auswirkung Gewicht und Wirtelgröße und Stablänge auf die Rotation haben- aber dafür hätte es das Buch nicht gebraucht. Ich hatte ja gedacht, mit Spindeln könnte man mehr als nur einen dünnen Faden produzieren- Artyarns z.B.- aber laut diesem Buch gibt es nur Faden, so dünn wie möglich. Verschiedene Fasertypen werden gar nicht vorgestellt oder wie man unterschiedliche Stapellängen bewältigen kann. Ich bin enttäuscht und das Buch geht zurück. Lobenswert sind aber die Fotos: sehr schön in Szene gesetzte bildschöne Garne, Spindeln und Stränge.  Ein Buch zum Angucken, aber zum Lernen gibt das Internet weit mehr her.

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