Ich bin schlampig damit, die Fragen in den Kommentaren auch zu beantworten. Entschuldigung. Aber es gibt so manche Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt oder aber die zu langen Aufsätzen verführt und einen eigenen Blogeintrag berechtigt. 🙂

So z.B. : habe ich Tischlern gelernt? Nein, habe ich nicht. Aber ich bin gelernte Fotografin. Das ist- man mag es im digitalen Zeitalter überhaupt nicht glauben- ein Handwerksberuf (war es zumindest mal ). So mit Gesellen- und Meisterprüfungen, Handwerksrolle und ähnlichem. Wenn man sich überlegt, dass 99 % eines Fotografenarbeitstages damit zugebracht wird, Aufbauten zu erstellen- also Dinge so hinzubauen, wie sie auf dem Foto erscheinen sollen, kann man sich denken, dass „Auslösen“ und „Fotografieren“ ein sehr geringer Bruchteil des Tages darstellt. Hauptsächlich baut man. Nicht so, dass es Ewigkeiten halten würde, aber doch so, dass es so aussieht als ob. Ich möchte nicht sagen, dass das „Schummeln“ wäre, aber –naja- irgendwie schon :-D. Fotografiert man Küchengeräte, braucht man eine Küche oder wenigstens Kacheln im Hintergrund. Also weiß ich –wenigstens theoretisch- wie man Fliesen legt, tapeziert, einfache Holzrahmen baut oder Glas schneidet etc. Alles, was man eben als Hintergrund so brauchen könnte. Das heißt, ich kann mit Akkuschrauber, Bohrmaschine, Säge und Tacker umgehen und habe nur geringe Berührungsängste mit lauten, schweren Maschinen. Stichsägen mag ich trotzdem nicht. 😉

Im Übrigen kann ich auch rohe Hähnchen „gebraten“ lackieren oder aus Maisstärke „Speiseeis“ bauen, dass während langwieriger Shootings nicht schmilzt oder aus Gelatine „Eiswürfel“ schnitzen.. so ein Wissen ist im Alltag ziemlich witzig, weil ich sämtliche Speisekartenfotos nach eindeutigen Hinweisen durchsuche. Merkt euch eines: das was auf dem Foto zu sehen ist, kann man niemals essen. Oder es ist ein schlechtes Foto 😉

Alles was ich so bastele, mache ich nach dem Worst-case- Prinzip. Was kann schon schief gehen? Schlimmstenfalls fällt es zusammen/ wackelt/ ist schief. Na, und? Schließlich baute ein Amateur die Arche und Profis die Titanic 🙂 und im allerschlimmsten Fall gibt es ja auch noch den Sperrmüll.

Ich stricke übrigens nach dem gleichen Prinzip: man kann es im Zweifelsfall auch wieder aufribbeln. Nicht alles kann man berechnen oder bedenken- oder man greift auf althergekommenes ( gekauftes) zurück- was wiederum völlig meinen kreativen Adern widerspricht. Entweder ich kaufe etwas und habe den Anspruch auf rechte Winkel, ebene Flächen oder zwei gleich lange Ärmel, oder ich mache es selbst. Wobei ich natürlich den Anspruch an mich selbst auch habe, aber ich kann so schlecht bei mir selbst reklamieren.

Ich nehme es also locker, wenn etwas nicht sofort auf Anhieb 100%ig läuft und sitzt. Mit der Übung kommt die Erfahrung. Tischlern? Lern ich grade. Mit jedem Projekt ein bisschen mehr. Übrigens: Stricken habe ich auch nie wirklich „gelernt“.

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