Schlagwörter

,

Treibholz gibt es nicht nur am Meer! 🙂 Überall in der Stadt findet man olle Palettenbretter, gebrochene Verschalungsbretter und ähnliches. Ein Spaziergang über die nächstgelegene Baustelle oder im Gewerbegebiet hilft. Mein Fundstück heute:

110220121698

Sieht erst mal aus wie Holzmüll. Die Hauptsache daran: stabil sollte es sein. An Werkzeug braucht man einen Spachtel für die groben Verschmutzungen, Zange und Hammer gegen eventuelle Nägel, einen kleinen Hobel, Schleifpapier und viel Geduld. Hobelt man die oberste, rauhe Oberfläche ab, kann man schon das Schätzchen darunter erahnen:
110220121702

Dann schleifen. Erst grob, dann immer feiner.
110220121708

Einölen. Babyöl verharzt nicht, zieht schön ein und ist wesentlich besser besorgbar als irgendwelche Firnisse.
110220121713

aus einem zweiten Brett bzw einem anderen Holzrest zwei formschöne Winkel zusammengeschraubt:
110220121714

Und schwubbs, hat Sohn 1.0 ein formschönes Tröphäenregal:
120220121716

Ich mag solche Bretter. Sie erzählen und haben Geschichte. Die eine oder andere Macke lasse ich absichtlich drin. Man muß mit dem Material, was man hat, auskommen. Das ist manchmal nicht so leicht, andererseits aber auch ziemlich spannend. Da man sich nie so sicher sein kann, was am Brett verwertbar ist und wie es geschliffen aussehen wird, ist das wie eine Wundertüte. Es macht nichts aus, dass ich nicht 100%ig rechtwinklig sägen kann- das Holz ist es eben auch nicht. Gerade das finde ich das besondere daran: man muß sich mit jeder Biegung des Holzes neu anfreunden. Abgesehen davon: Materialkosten: 8 Schrauben, 4 Dübel. Und ein Regal, das sonst ganz sicher niemand an der Wand hängen hat.

Advertisements