Es gibt Dinge, die macht man, obwohl man sie nicht machen sollte 🙂 warum nur? Langeweile? Blödsinn? Ehrlicherweise gestehe ich: ich mach das auch. Alles.

Die Top five  der Don’ts:

Platz 5: das Single-Sock-Syndrom, kurz SSS. Mit den Geschwistern Ärmel- und Vorderteil ( bei Jacken)- Syndrom. Ja, das zweite Teil ist doof. Man weiß, wie es aussehen wird, wie die Wolle mustert- es gibt überhaupt keinen Grund, weiterhin neugierig zu sein. Deswegen verwaisen stillgelegte Oberteile und Einzelsocken gerne mal zum Ufo.Nach Jahren nimmt man sich dann vor, das zweite Teil zu stricken. Nur, nach welcher Anleitung…? Da gibt es keinen Rat, außer: da muss man durch. Oder man strickt die zweite Socke zuerst. 😛

Platz 4: Strang zum Knäuel wickeln. „Und die Banderole? Brauch ich nicht!, ich merk’ mir das.“ Jahahahaaa! Hunderte Threads bei Ravelry beweisen: nach 10 oder 20 Jahren weiß man die Lauflänge nicht mehr. Eventuell kommt man gerade noch auf den Hersteller. Und wie oft wird gefragt, wie man die Zusammensetzung des Garnes ermitteln kann?  Und wenn es der allerliebste Strang von allen ist: Nein, man kann es sich nicht merken. Oder man muss mühsam Recherchen betreiben. Oder man lässt den Strang weitere Jahre schlummern, weil man es dann vielleicht doch wieder weiß….

Platz 3: „ es sind noch zwölfundfünfzig Reihen, dann bin ich fertig“. Oh, man, wie deprimierend! Kennt man die Maschenzahl, ist das eine unüberwindliche Masse. Dann strickt man plötzlich nicht mehr „ eine Reihe“ sondern „0,34% des Teils“. Und da kommt man wirklich nicht mehr voran. Was ich manchmal mache, wenn ich die Reihenzahl kenne, ist die Zeit zu stoppen. Eine Runde dauert 12 Minuten, bei soundsoviel Runden bin ich in 24 Stunden reiner Strickzeit fertig. Das ist wichtig für mich, weil ich das kalkulieren muss. Wusstet ihr, wenn man eine Socke auf 3 anstatt 4 Nadeln strickt, man durch den einen Nadelwechsel weniger pro Runde rund 10% Strickzeit einsparen kann ohne eine Masche weniger gestrickt zu haben? Hab ich schon mal gesagt, dass ich das Spiel mit den Zahlen gerne spiele und mich zuweilen sehr gerne selbst deprimiere? Weil so ein Dreieckstuch rund 30.000 Maschen hat; Rückreihen nicht eingerechnet?

Platz 2:  „da steckt schon so viel Arbeit drin, das mag ich nicht aufribbeln“ ( weiterer Text siehe Platz 1). Mal ehrlich: wer weiß dass ein Fehler im Muster ist, der weiß es. Für immer. Und es ist egal, ob andere das sehen oder nicht ( eher nein, würde ich sagen): man selbst weiß es. Und zieht das Teil deswegen weniger gerne an. Es wird ein Kandidat für die hintere Schrankecke. Und dafür ist die Arbeit nun wirklich zu schade.

Platz1: „Datt passt schon. Irgendwie. Nach dem Zusammennähen vielleicht, eventuell reicht auch waschen. Ich nehm’ noch ab / zu. Ich zieh den A** ein, dann geht’s.“ Und ganz böse: „das leiert doch noch…“ Nein, es geht nicht. Natürlich bin auch ich zu faul, um Maschenproben zu stricken oder mir akribisch jedes Maß auf meinen Körper umzurechnen. Oder Abzunehmen. Aber wenn wir ehrlich sind: auch mit 20 oder 50 Jahren Strickerfahrung kann man seine eigene Taille nur schwer abschätzen und Strickunfälle werden durch Nähen oder Waschen nicht besser.

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