Na ja eher das Ende; denn Vorwort, Vita, Danksagungen und was sonst noch als „drumrum“ im Buch steht, kommt als letztes. Während man für die Innereien lange Zeit hat, hat das Letzte immer Termindruck.

Eine der Fragen, die es für das Vorwort eines Buches zu beantworten gilt, lautete: Wie bin ich darauf gekommen ein Buch zu schreiben?

Die ganz, ganz ehrliche Antwort ist: „Tja, nun…warum nicht?“

So kann man das natürlich nicht formulieren; und es reicht bei aller Liebe und mit allen Füllwörtern nicht für eine halbe DIN A 4 Seite.

Das sind aber auch doofe Fragen! Warum schreibt man denn ein Buch? Etwa weil Hausfrauen sonst Langeweile hätten? Na, das wäre doch mal ein überraschendes Opening: “Hallo Leser, ich hatte Langeweile und deswegen habe ich einfach mal ein Buch geschrieben. Da isses! Viel Spaß!“. Kann man nicht machen, außerdem kann ich mich nicht über Langeweile beklagen.

Natürlich schreibt man auch Bücher, weil man Geld verdienen möchte. ( ich glaube ernsthaft, es gibt nicht viele andere Gründe außer reich und berühmt zu werden). Dieser Beweggrund eignet sich aber genauso wenig für ein Vorwort. Was würde man bloß denken, wenn man diesen ersten Satz lesen würde: „ Geschätzter Leser, vielen Dank für den Kauf meines Buches, jetzt bin ich ein Stückchen reicher…“ Geht gar nicht. Außerdem ist es- wie ich feststellen musste- gar nicht wahr und würde implizieren, dass der Inhalt des Buches völlig lieblos und nebensächlich wäre.

Es musste also ein Grund her, der nicht mit mir persönlich zu tun hat, sondern mit dem Stricken an sich. So ein Vorwort muss ja auch Lust aufs Buch machen, nicht? Wie wäre es denn mit: „…mit diesem Buch bekommen Sie Lust zum Stricken?…“ Ach, nee. Wenn man sich solch spezielle Bücher besorgt, dann kann man das eigentlich und macht es auch gerne. Also direkter: „…. mit diesem Buch bekommen Sie Lust auf Topflappen…“. Mein Gott, das klingt jetzt wirklich dämlich! Topflappenfetischismus. Es würde auch den anderen Projekten des Buches nicht gerecht werden, denn so viele Topflappen sind gar nicht drin.

Ihr seht, ein schwieriges Thema und ich habe wirklich lange an diesem Text gesessen. Dabei halte ich Vorwörter in Strickbüchern für ziemlich nebensächlich. Ich glaube, in der Vorbereitung auf mein eigenes Vorwort habe ich zum ersten Mal überhaupt eines gelesen.

Um aufkommende Fragen gleich im Keim zu ersticken: nein, ich habe die Frage nach „warum ein Buch“ nicht im Vorwort beantwortet und will sie auch nicht beantworten. Weil man Lebensträume nicht erklären kann.

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