ein Versuch bei mir zu nähen endet meistens im Desaster. Ich habe eigentlich keine Ahnung warum.
Zum Stoff ausbreiten muß ich erst mal staubsaugen. Es bleibt eine katzenförmige, dreckige Stelle übrig an der Sammy liegen geblieben ist. Nein, er geht nicht zur Seite, ich sauge drum herum. Er hat mich gut erzogen. Nun versuchte ich, weißen Fleece auszubreiten. 1,5x2meter. Nicht unbedingt riesig, aber immerhin groß genug, dass ich nicht beide Seiten bewachen kann. Ich breite eine Seite aus, Pieps nimmt Anlauf und schießt wie ein Pfeil unter die andere Seite. Sie kommt gut elektrisiert auf der anderen Seite wieder hinaus. Ich streiche die erste Seite wieder glatt, Charly rennt über die zweite und hinterläßt jede Menge Fußdapsen darauf. Hrmpf. Notiz an mich: nur nähen, wenn die Katzen schlafen. Das ist man als Mama ja von den Kindern gewöhnt. Während ich hinter Charly und Pieps hinterher renne um sie zu verscheuchen, nimmt Sammy auf dem Stoff Platz und putzt sich ausgiebig. Es ist ein altbekanntes, völlig unerforschtes Phänomen, dass Katzen immer komplementär zum Untergrund haaren. Sammy und Charly haben jeweils eine weiße Unterseite, obendrauf aber dunkel. Natürlich verliert Sammy auf weißem Stoff nur dunkle Haare. Pieps hingegen, einfarbig dunkel getigert, schmust grundsätzlich nur mit mir wenn ich eine weiße Bluse anhabe. Oder weißen Stoff nähe. Sammy wird von mir in einer Art Gabelstaplerhaltung meiner Hände zusammengerollt vom Stoff und aufs Sofa umgebettet. Selbstredend, dass er mittig auf dem Stoff lag und ich darüber laufen mußte, um ihn herunter zu holen.
Während ich das Papierschnittmuster hole, liegt Pieps auf dem Stoff und putzt sich bedächtig. Sie weiß, dass das für mich doof ist und macht es genau aus diesem Grund. Nicht, weil sie dreckig währe oder so. Nein, ich sehe geradezu die Schadenfreude in ihrem Gesicht. Pieps kann man aber nicht einfach so abklauben, Pieps ist eine Zicke. Niemals würde sie es zulassen bei ihrem Bad gestört zu werden. Mir reicht es mit Katzen auf dem Stoff und ich handele mir einen großen, blutenden Kratzer auf der Hand ein. Aber der Stoff ist katzenfrei. Haarig, aber ohne Viechzeug darauf. Naja, ich kann ihn ja nach dem nähen waschen, denke ich so bei mir. Pieps ist beleidigt abgezogen, Sammy schläft auf dem Sofa und schnarcht. Ich breite den Stoff noch mal aus und pinne das Schnittmuster auf.
Charly, die dritte im Bunde, liebt Stecknadeln bzw die Köpfchen davon. kaum bin ich an einer Seite des Stoffes, kommt sie angeschlichen und klaut sich eine Nadel aus der anderen Seite. Damit sich niemand an einer Nadel verletzt ( und ich mir den Ärger davon einhandele), renne ich hinter ihr her und trete selbst in eine.
Das ist üblicherweise der Punkt, an dem ich den Stoff zusammenrolle, in der hintersten Ecke des Schrankes deponiere und mich mit meinem Strickzeug aufs Sofa setze. Alle drei Katzen liegen zufrieden schnurrend um mich herum. Sie haben erreicht, was sie wollten. Stricken ist um so vieles gemütlicher.

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